Die Mobilitätslösungen von morgen sind auf dem Weg. In 10-20 Jahren wird es immer noch Autos, LKWs, Züge oder Busse geben, wie wir sie heute kennen? Wird Mobilität privat oder öffentlich sein, wie wird der Mix aussehen? Werden Ideen der Vergangenheit wieder aus der Schublade geholt?

Bis jetzt scheint der Trend klar Richtung Elektrofahrzeuge und mehr ÖPNV zu gehen. Jedoch finden die Veränderungen in der privaten Mobilität statt – was zuerst weit hergeholt geklungen hat, wird nun Realität.   

Erstens ist der private Fortbewegungssektor in einem starken Wandel von Skateboards oder Rollerblades zu selbstbalancierenden leichten Fahrzeugen, die wir heute kennen, wie etwa das Monowheel oder Hoverboard.

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Diese Geräte sind noch nicht Mainstream und könnten immer noch als ein wenig riskant für ihre Benutzer angesehen werden, da sie noch nicht mit Sensoren ausgestattet sind. Diese helfen, Kollisionen mit Fußgängern zu vermeiden, oder Gefahren, wie Schlaglöcher, können durch eine Art Geländeerkennung vermieden werden. Jedoch können ihre Geschwindigkeit und Unabhängigkeit einen großen Beitrag für unser tägliches Pendeln leisten, wenn das Wetter es zulässt und der Untergrund eben ist.

Zweitens hat sich die Drohnenindustrie diversifiziert, vom tragen kleiner Geräte, wie hochauflösenden Kameras bis hin zur Möglichkeit eine kleine Kabine, inklusive Sitz und eine Person, anheben zu können. Dies ist das „Lufttaxi“ von morgen, heute schon getestet. Der Traum von Jet-Pack aus Comicbüchern der 60er und 70er wird gewissermaßen wahr. Als rückversichernder Bonus sind diese Lufttaxis in der Lage, vollkommen selbstständig von A nach B zu fliegen profitieren von einem Kollisionsvermeidungssystem.

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Diese neuen Entwicklungen werden auch durch Elektrizität angetrieben. Dadurch können sie hinsichtlich der Transportemissionen bei null Ausstoß liegen, wenn die Energiequelle zum Laden der Batterien ausschließlich aus regenerativen Energien stammt.   

Habe ich Batterien gesagt?

Batterien sind großartig, aber in mancher Hinsicht ist dies zu kurz gegriffen. Das Maß an Leistung, was sie innerhalb kurzer Zeit bereitstellen können, ist begrenzt. Ihre Ladezeit ist lang, und die Anzahl an Ladezyklen in ihrer Betriebszeit ist auch auf einige tausend Zyklen begrenzt. Sie müssen sich mit Ultrakondensatoren – einer anderen Energiespeichertechnologie welche auch die „Reserve“ übernimmt – verbünden. Ultrakondensatoren können Stöße hoher Leistung in kurzer Zeit liefern und können in weniger Sekunden laden. Die Anzahl an Zyklen, die sie in ihrem Leben absolvieren können, liegt bei über einer Million. Ultrakondensatoren und Batterien zusammenarbeiten zu lassen, macht Sinn, weil das Ultrakondensator-Modul nicht groß sein muss, um die geforderten Stöße an Leistung zu liefern. Die Batterie wird sich weniger entladen, was wiederum gut für Kapazität und Lebensdauer ist.

Wie steht es um den ÖPNV und Frachtanwendun-gen?

Ultrakondensatoren haben in Bussen überzeugt und auch in Trams. Ziemlich alles, was oft stoppt und startet, ist eine potenzielle Zielanwendung.

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Bei Bussen ist der Grad der Hybridisierung von reinen Dieselantrieb in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Ultrakondensatoren dienten ursprünglich dazu, an den Türen zu arbeiten und die Klimaanlage zu regulieren, nun aber kann man sie in größerer Anzahl in Start-Stopp Systemen und KERS wiederfinden. Heutzutage gibt es vollelektrische Busse mit so großen Batterien, dass die Passagierkapazität reduziert werden muss, damit sie hineinpassen. Reine Ultrakondensatorbusse haben schon ihr Debüt auf bestimmten Routen, auf denen sie ungefähr alle 5km laden können.

Trams und leichte Zugsysteme nutzen Ultrakondensatoren routinemäßig in ihrem Energiemanagement-Mix. Leiche Lieferwage, ausgestattet mit Ultrakondensatoren, können damit angetrieben durch KERS 32% Kraftstoff einsparen, verglichen mit der reinen Dieselalternative.

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Im Transportwesen spielen Ultrakondensatoren eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, nicht nur die Gegenwart und Zukunft hybrider und vollhybrider elektrischer Lösungen zu sein, aber auch bei dem heutigem Standard-Dieselsystemen. Den Motor eines LKW zu starten, kann ein Problem sein, gerade wenn im Winter die Temperaturen in den Keller gehen.

LKW-Fahrer müssen ihre Motoren über Nacht laufen lassen, um sicherzustellen, dass die Hotellasten ihrer LKW mit einer Form von Energiezufuhr versorgt werden. Falls die Batterien eines LKW durch speziell zum Motorenstart gebaute Ultrakondensator-basierte Module unterstützt würden, könnte der Fahrer die Batterie für Hotellasten nutzen und immer noch genügend Leistung haben, um den LKW am Morgen zu starten, auch bei Frost von -40ºC.  

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Da haben Sie es also. Ultrakondensatoren werden Teil der Zukunft des Verkehrs sein. Ab jetzt.