Gesagt, getan und so ist das Thema der Veranstaltung: Wie die Zukunft der E-Mobilität schon heute und „made in Germany“ durch konkrete Anwendungen und innovative Energiespeicher-Technologien auf Touren gebracht wird.

Der eMonday in München im Mai, das Expertentreffen von Deutschlands führendem Netzwerk für Mobilität 4.0, stand ganz im Zeichen von Innovationsschüben für den umweltfreundlichen Elektroantrieb und was in Deutschland ansässige Global Player dafür leisten. Ein Kernthema der Diskussion, das zeigte sich in allen Vorträgen, und Voraussetzung für den großen, weltweiten Elektro-Push sind leistungsfähige Energiespeicherlösungen für alle Sektoren der Mobilität, vom Automobil über Busse und LKW bis hin zu Baumaschinen und Schwerlastanlagen wie Kräne. Ein Fazit der anwesenden Fachleute aus Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft: Für die Zukunft der Stromer kommen richtungsweisende Signale auch von deutschen Unternehmen, die schon heute auf strombasierte Nutzfahrzeugen und Maschinen sowie Ultracaps für sekundenschnelle Energiespeicherung und -rückgewinnung (Rekuperation) setzen.

Es bewegt sich viel in Industrie und Anwendung und es bewegt sich noch mehr, wenn international agierende Unternehmen wie MAN, Iveco, Wacker-Neuson oder auch Flixbus nicht nur auf ein traditionelles Portfolio setzen, sondern einen neue Weg mit emissionsfreien Produkten gehen“, erläutert Michael Liedtke von Skeleton Technologies. „Modernisierung kann dabei auch kostengünstigere Nachrüstung bedeuten: Auch unsere Technologie der auf Karbon basierenden Hochleistungskondensatoren setzt auf Retrofitting und Hybrid-Lösungen, die heute bereits im Einsatz sind.“

Skeleton Technologies, das im letzten Jahr Europas größte Ultracaps-Fabrik in Großröhrsdorf bei Dresden eröffnete und damit zeigt, dass mit automatisierter Fertigungstechnik Rohstoffe und Zukunftstechnologien aus Deutschland produziert und entwickelt werden können, stellte beim eMonday die Potenziale des innovativen Energiespeichers für Hybrid-Lösungen in Kombination mit bestehenden Dieselantrieben oder Lithium-Ionen-Batterien vor. Skeletons KERS-System (Kinetic Energy Recovering System) ermöglicht es schon heute, den Treibstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen in einer Hybridlösung für Busse oder Trucks mit bestehenden Dieselaggregaten, wie bei dem französischen Logistikunternehmen Adgero, um bis zu 32% sinken lässt.

Bei einem Pilotprojekt mit einem Muuga-Brückenkran im Hafen von Tallin beträgt die Einsparung ebenfalls rund ein Drittel. Dabei wird die Energie, die beim Absenken einer Last frei wird in Ultrakondensatoren gespeichert und kann beim Anheben der Last wieder eingesetzt werden. Natürlich stellen solche Hybridsysteme nicht die finale Lösung in Zeiten des Dieselgates dar, aber sollten zumindest von Unternehmen und OEMs berücksichtigt werden. Vor allem für mittelständische Unternehmen bietet sich hierbei die Chance der Nachrüstung während zeitgleich auf eine komplette Erneuerung der eigenen Fahrzeugflotte verzichtet werden kann.

Das Thema Reichweite bei der Elektromobilität und damit die Frage der Speicherkapazität spielte auch bei den Präsentationen MAN und FLIXBUS eine entscheidende Rolle. So stellte MAN zur Überraschung vieler Fachleute im Publikum durch Felduntersuchungen bei Fuhrunternehmen fest, dass 75% der eingesetzten großen Dieseltrucks weniger als 170 km täglich zurücklegen und somit unterhalb der bereits möglichen 200km Reichweite liegen. „Elektrifizierung ist demnach bereits jetzt global möglich und umsetzbar!“, so Alexander Adler von MAN Truck & Bus AG.  

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Ergebnis von einem Endverbraucher-Unternehmen wie Flixbus, Deutschlands Vorzeigeunternehmen, das in nur fünf Jahren den Busverkehr revolutioniert hat und heute zum internationalen Top-Player der Branche geworden ist. Flixbus startete unlängst den Piloteinsatz von E-Bussen auf einer Strecke in Frankreich sowie kürzlich zwischen Mannheim und Frankfurt.

Markus Haug, Director Business Development DACH & E-Busse bei Flixbus, erläuterte: „Die wichtigsten Kriterien für Unternehmen wie Flixbus und für den Einsatz von E-Bussen ist die Wirtschaftlichkeit und diese ist nur gegeben solange die Ladezeiten der Busse in die Ruhepausen gelegt werden können. Zugleich senden wir mit unserem Elektrobus ein starkes Signal aus, das grüne Mobilität schon heute im kommerziellen Reisebusverkehr möglich ist.“

Das Beispiel Flixbus zeigt, dass es für Busunternehmen eminent wichtig, dass die Infrastruktur für leistungsfähige, kurzfristige verfügbare Ladestationen auch an den Autobahnraststätten gewährleistet ist. Auch die Möglichkeit eines raschen Batterietauschs durch auswechselbare Modultechnik an den Wendebahnhöfen ist denkbar, aber noch Zukunftsmusik.

 Emonday_Skeleton Technologies

Wie wichtig für die Leistungsfähigkeit einer Batterie eine gleichmäßige, moderate Temperatur untersuchte aktuell eine einzigartige Studie des deutschen Fraunhofer Instituts, die Adrian Heuer, Senior Scientist für Batteriespeicherungen bei Fraunhofer ISE. Auch hier, so zeigt sich, sind die weitgehend temperaturunempfindlichen Ultrakondensatoren der Batterietechnik überlegen und für den Einsatz in arktischen wie tropisch heißen Regionen bestens geeignet.